Judas of the year

Die Judastour 2010 ist Geschichte. Bei ganz passablen Wetterverhältnissen führte die Judastour auch dieses Jahr über Weil im Schönbuch, Holzgerlingen, Weil der Stadt nach Pforzheim.

Aufgrund der frühlingshaften Bedingungen wurde natürlich auch dieses Jahr wieder ein ganz gute Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht. Sie lag so bei 30 Km/h. Zu verdanken hatten wir das unserem Stefan, der als Lokomotive für Tempo im Peloton sorgte und einen großen Teil der Führungsarbeit leistete.

Doch nun der Reihe nach. Bei frostigen 1° Celsius und Frühnebel starteten rund 15 RSC-ler zur diesjährigen Judastour nach Pforzheim. Mit angenehmen 25 Km/h ging es die erste Stunde Richtung Aichtal durch Grötzingen, Neuhausen und Waldenbuch nach Holzgerlingen. An dieser Stelle noch ein großes Lob an unsere sonst so hyperaktive Kameraden Rudi und Moritz, die sich dieses Jahr sehr zurückhalten konnten. Wahrscheinlich aufgrund der guten medikamentösen Einstellung durch ihre Physiotherapeuten ist es ihnen gelungen, recht unauffällig den Tag im Hauptfeld zu verbringen.

Trotzdem kam es dann aber in Höhe Aidlingen langsam zur Tempoverschärfung, die wohl maßgeblich unser Stefan zu verantworten hatte. Bei nun strahlendem Sonnenschein aber immer noch kühlen Temperaturen ging es durch Dätzingen nach Weil der Stadt.
Zur steigenden Umgebungstemperatur stieg nun linear das Stundenmittel, was sich auch in einer leicht gesteigerten Nervosität der Akteure widerspiegelte. Die Stadtgrenzen von Pforzheim rückten mit erreichen von Merklingen nun Stück um Stück näher und so wollten nun jeder noch wertvolle Körner für den finalen Zielsprint "Pforzheim" sammeln. Über Hausen an der Würm ging es nach Mühlhausen, vorbei an Tiefenbronn ins schöne Würmtal.
Durch die weiter gestiegene Temperaturen und die ersten warmen Sonnenstrahlen des Tages lies nun aber offensichtlich die Wirkung der Medikamente bei unserem Rudi rasch nach, mit im Ergebnis von erheblichen, abrupten Tempoverschärfungen schon weit vor der Ortsgrenze von Würm. Nun war er wieder der Alte, unser hyperaktiver Rudi. Da nun bei etlichen  beteiligten auch die Nerven blank lagen, wurde zur Attacke auf den Ausreißer geblasen und das Schicksal nahm seinen Lauf. Der Fehdehandschuh ward in den Ring geworfen, der Zielsprint war somit eröffnet, das letzte Teilstück nach Pforzheim entwickelte sich zum Ausscheidungsrennen, bei dem etliche Kameraden aufgrund des starken Antritt von Stefan vorzeitig die Waffen strecken mussten. Aufgrund des kurzzeitig gefahrenen Stundenmittel von knapp unter 60 km/h war es auch dem Redakteur nicht mehr möglich, wie gewohnt die Berichtserstattung live weiter zu verfolgen.  So können an dieser Stelle nur vage Vermutungen zum Sieger des Rennens abgegeben werden oder aber auf zwielichtige Zeugenaussagen von Beteiligten zurückgegriffen werden. Um an dieser Stelle aber der besonderen redaktionellen Verantwortung zu diesem Thema gerecht zu werden, hat sich die Redaktion dafür entschieden, dieses Jahr keinen Sieger zum Zielsprint "Pforzheim" zu benennen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause mit Erfrischung in einer Tankstelle in Pforzheim wurde dann die Heimreise angetreten. Allerdings aufgrund der nun guten Wetterbedingungen mit einem kleinen "Schlenker" über Calw.
An dieser Stelle weist die Redaktion auch nochmals alle interessierten Fahrer zukünftiger Fahrten eindrücklich darauf hin, dass Trainingsmüdigkeit im Frühjahr hier schonungslos bestraft wird. So musste in Pforzheim bereits unser Mathias die Waffen strecken und trat die Heimreise Richtung Weil der Stadt an.
Über Dillweißenstein ging es nun für das Peloton weiter nach Unterreichenbach, Dennjächt und Monbachtal, weiter durch Bad Liebenzell und Ernstmühl, Hirsau nach Calw. Von Calw aus ging es dann zügig weiter ins wunderbare Nagoldtal, immer entlang der Nagold bis zur Abzweigung nach Deckenpfronn kurz vor Wildberg. Die Auffahrt aus dem Nagoldtal nach Deckenpfronn zeigte nun schon erste Schwächen im Peloton, so das einige Akteure ihr Heil in der Bildung eines Gruppetto suchten.
Nach einer kurzen Ruhepause nahe Deckenpfronn ging es dann weiter nach Gärtringen, Ehingen und Herdstelle zurück auf den bekannten Streckenverlauf über Mauren nach Holzgerlingen. Mit erreichen von Weil im Schönbuch war allen Teilnehmer klar, das nun die letzten großen Hürden auf dem Heimweg ausgeräumt waren und der letzte, leichtere Teil durch das Aichtal nach Nürtingen fast mühelos bewältigt werden konnte.

In Nürtingen angekommen ging es wie üblich dann darum, den Judas 2010 zu bestimmen. Zur Klärung dieser wichtigen Frage zogen sich die Beteiligten dann in die Gastronomie des Schlachthofes zurück, um so in ungestörter Atmosphäre einen Konsens zu diesem recht schwierigen Sachverhalt zu erörtern.
Schnell war einigen hier namentlich nicht genannten Mitglieder klar, das auch dieses Jahr der Judas wieder aus den Reihen der Vorstandschaft kommen sollte. Wie allen Aktiven bekannt, ist unser Rudi im letzten Jahr leider durch mangelnde Bereitschaft zum samstäglichen Gemeinschaftstraining negativ aufgefallen. Das Faß zum überlaufen brachte dann aber die Tatsache, dass er während der Trainingsarbeit der Aktiven eine Reihe von Stadionbesuchen beim VfB Stuttgart durchgeführt hatte, angeblich, um mit dem Präsidenten des VfB Gespräche über zukünftige Koperationensmöglichkeiten zwischen VfB und RSC zu erörtern. Mann darf hier wohl gespannt sein, welche sportübergreifende und projektorientierte Zusammenarbeit in der Talentsichtung und der Kaderschmiede von VfB und RSC in absehbarer Zeit möglich sein werden.


Die Vorstandschaft jedenfalls konnte hiervon nicht so richtig überzeugt werden. Wobei ihm durchaus auch große Verdienste für den RSC im abgelaufenen Jahr bescheinigt wurden. So war er die treibende Kraft bei der Renovierung und Sanierung des Vereinsheim und hat so durch seinen engagierten Einsatz im abgelaufenen Jahr wesentlich zum Erfolg des Vereins beigetragen. Der besondere Dank geht deshalb an dieser Stelle auch gerade an ihn. Trotzdem und auch als Anreiz für die weitere Mobilisierung muss ihm nach Ansicht der Vorstandschaft aber der Titel des "Judas" verliehen werden.

Herzlichen Glückwunsch wünschten alle Teilnehmer und die Vorstandschaft des RSC!

Anmerkung der Redaktion:
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